Mein Buch „Aurelia – Im Kampf auf Liebe und Tod“

„… Jetzt saß Aurelia in der Gefängniszelle, die Tür war zu und das würde sie sicherlich auch bis zum nächsten Morgen sein. Auf dem Flugplatz waren die Handschellen erneut zugeschnappt.
Sie hatte Daria mit den Kindern zur Erholung auf die Malediven geschickt und mit der Ausrede, auf Paulchen aufpassen zu müssen, dafür gesorgt, dass der Abschied fast ohne Tränen vonstattengegangen war.
Dabei hatte sie diese „Zeremonie“ besonders aufwendig gestaltet, um einen eventuell sie verfolgenden Mann davon zu überzeugen, dass sie im Land geblieben war und es nicht nötig war, die Partnerin zu verfolgen.
Es hätte nur noch gefehlt, dass sie sich ein Schild mit der Aufschrift: „Ich bin Aurelia Engel und werde von der Polizei gesucht!“, um den Hals gehängt hätte.
Die Polizisten waren dann ziemlich ruppig gewesen. Vor der Einlieferung in diese Zelle hatte sie sich vollständig entkleiden müssen und das Abtasten sämtlicher Körperöffnungen durch eine Polizistin war auch nicht unbedingt das, was man sich für einen Sonntagabend so vorstellen konnte.
Momentan trug sie einen kratzigen Polizeitrainingsanzug auf der nackten Haut, doch sie lächelte, denn das wichtigste war, dass die Familie in Sicherheit war.
Ihre Unschuld würde sie noch beweisen können.
Hoffentlich!
Einen Tag lang war sie untergetaucht und in dieser Zeit waren die irrsten Gedanken durch ihren Kopf getobt.
Gerade tauchte hinter ihr, am Zellenfenster, der Vollmond auf. Eigentlich war es schon ein etwas eiförmiger abnehmender Mond und gerade dieser Himmelskörper hatte sie in der letzten Nacht zu der irrwitzigen Idee getrieben, sich der Polizei zu stellen.
Vor ein paar Jahren hatte sie mit Daria eine Dokumentation gesehen, in der es um Vampire, Werwölfe und Schlafwandler gegangen war.
Der Mond mit seiner hellen Scheibe hatte dafür gesorgt, dass sie sich wieder daran erinnert hatte.
Die Morde in der Umgebung hatten begonnen, als es Vollmond geworden war.
War es eventuell möglich, dass sie diese Verbrechen unbewusst in der Nacht wirklich selbst begangen hatte?
Alle, bis auf den Überfall auf die Joggerin?
Doch hatte dieses Verbrechen möglicherweise etwas in ihr verborgenes an die Oberfläche gebracht?
Irgendwo in der Tiefe ihrer Seele schlummerte eine Dämonin!
Das wusste sie schon lange und im wachen Zustand hatte ihr Verstand die Kontrolle, da war sie der Engel der Liebe, die liebevolle Mutter und zärtliche Partnerin.
Hatte aber der Mond ihre unbewusste Seite geweckt? Die Dämonin auf den Plan gerufen?
Aurelia wusste schon seit Jahren, dass sie sich in jedes beliebige Wesen verwandeln konnte. Sie brauchte nur an einen Werwolf denken und den Wunsch auszusprechen, so auszusehen, und sie würde einer sein.
Mit all dem ausgestattet, was einen richtigen Werwolf so ausmachte, also auch mit übermäßiger Kraft!
Doch gerade saß sie hinter Betonwänden, die sie hoffentlich vor dieser Kraft beschützten.
Zumindest so lange, bis die Polizisten zweifelsfrei festgestellt hatten, dass sie unschuldig war. Und für diese Zeit konnte sie wenigstens Daria nichts tun!
Gewissermaßen war sie nun durch die Gefangennahme frei!
Die dicke Tür der Zelle schützte die Umwelt vor ihr. Und auch sie selbst vor einem Täter, falls es denn wirklich gab, denn die Häufung der Opfer in ihrer Umgebung hatte ihr schon zu denken gegeben.
Hannah, Gisela, Luc Detrox, obwohl sie den ja nicht persönlich kannte, aber er hatte mal zu Daria gesagt, dass sie es nie zu etwas bringen würde.
Vielleicht hatte diese Bemerkung das Tier in ihr geweckt. Ein unbedachtes Wort des Mannes konnte ihm den Tod gebracht haben.
War Aurelia am Tag der Engel und nachts der Dämon? Möglicherweise, denn es waren beide Seiten definitiv in ihr zu finden!
Am liebsten hätte sie darüber mit Lilith gesprochen, aber die abweisende Art der Mutter beim letzten Mal hatten sie bisher davon abgebracht.
Diese Sache hier musste sie selbst bis zum bitteren Ende durchstehen.
War sie nun schuldig oder unschuldig? Oder unbewusst straffällig?
Aurelia ließ sich auf die knarrende Pritsche fallen. Es war ihr Lager für die Nacht. Unbequem, ohne Bettzeug, aber im Moment der sicherste Platz im gesamten Universum.
Es war verrückt, aber dennoch logisch. Mister Spock hätte seine helle Freude an ihren Überlegungen und würde sagen: „Faszinierend!“
Der Mond verschwand hinter einer Wolke.
Ausgestreckt liegend, die Hände unter dem Kopf, tobten in der Finsternis erneut die Zweifel durch ihre Gedanken.
Sie richtete ihren Blick zur Tür und fragte sich, ob diese ihren unterbewussten Kräften widerstehen könnte?
Wer wusste schon genau, wie stark so ein Werwolf sein konnte? Und wie stark erst einer, der fünf oder zehn Meter groß war!
Damals, bei Luzifer in der Hölle, hatte sie mit der Wandelung ihrer Gestalt begonnen und er hatte ihr gesagt, dass nur ihr eigener Geist die Grenze setzte. Nicht Raum, Zeit oder irgendetwas anders, was Menschen sich erdacht hatten.
Mit einem Fingerschnippen hätte sie die Dimension eines Wesens, das den Mond in der Hand halten konnte.
Zumindest so lange, bis Gott einschreiten würde, um sie zu stoppen, denn er würde es ja sicherlich nicht zulassen, dass sie mit Planeten Murmeln spielen würde.
Aurelia zuckte zusammen, denn waren es nicht genau solche Gedanken, die das Unheil bringen konnten? Ein Traum und eine unbewusste Handlung und alles um sie herum wäre unrettbar verloren.
„Fort ihr nutzlosen Fantasien!“, sagte sie laut vor sich hin und leerte ihren Kopf.
Damals, als Engel im Himmel, hatte sie noch nicht solchen Blödsinn im Kopf gehabt. Erst Lilith hatte ihr, durch die Erweckung ihres Herzens, solche Ideen in ihr Haupt gelegt.
„Ich habe Angst!“, flüsterte sie.
Damit war die Dämonin jetzt wirklich die Einzige, die ihr noch helfen konnte.
Aurelia dachte noch eine Weile verzweifelt hin und her, bevor sie dann doch nach der Mutter rief. Wie ein ängstliches Kind in der Nacht und genau das war sie momentan auch.
Es dauerte einen Augenblick, bevor die Dämonin bei ihr erschien.
„Was ist?“, fragte sie und sah ich um. „Du bist in einer Zelle?“, setzte sie hinzu.
„Ja! Freiwillig. Ich habe Angst!“, sagte sie.
Lilith setzte sich neben sie auf das Bett.
Aurelia begann all das zu erzählen, was sie die ganze Zeit in ihrem Kopf herumgewälzt hatte und es tat gut, darüber mit jemanden zu reden. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Aurelia – Im Kampf auf Liebe und Tod“ mit ISBN 978-3-7557-6151-8, als Buch für 8,49 Euro und auch als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://romantik.goeritz-netz.de/22.html

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