„Der russische Dolch“

„… Der Jagderfolg hatte ihn wieder so weit zu Bewusstsein zurückgebracht, das er nun aufmerksamer durch den Schnee lief. Er bemerkte, dass bei einigen der Gefallenen, Arme oder Beine fehlten und die sauber abgenagten Knochen nicht weit davon entfernt lagen. Wilde Tiere konnten es nicht gewesen sein, die hätten mehr als nur diese Körperteile abgenagt. Mit Erschrecken realisierte er, dass vermutlich Menschen ihre eigenen Kameraden gegessen hatten, so groß musste der Hunger gewesen sein.
Auch abgenagte Pferdegerippe lagen an den Seiten des Weges und Peter war sich nicht ganz sicher, ob es Pferde des Vormarsches, oder des Rückzuges gewesen waren, die hier säuberlich abgenagt worden waren. Am Abend legte sich Peter in eine Schneekuhle und schlief so, dick in seinen Mantel eingewickelt bis zum nächsten Morgen durch. In der Nacht war etwas Schnee über ihn geweht worden, der ihn zusätzlich wärmte.
Nachdem es wieder hell genug war, machte er sich auf den einsamen Weg. Er folgte der Spur des Todes und fühlte sich, als ob er das letzte lebende Wesen auf diesem Planeten wäre. Der Frost zwackte ihn in die Nase und Schnee verklebte seinen langen Bart, der schon bald gefroren war. Mühsam stapfte er durch den Schnee. Fuß vor Fuß gesetzt brachte er Schritt für Schritt mehr Abstand zwischen sich und Moskau und verringerte so den Abstand zur Heimat.
Er nahm wieder den Weg auf, der sich auch hinter dem Fluss fortsetzte. Noch viel vorsichtiger als bisher bewegte er sich durch die Ebene, die manchmal durch Wäldchen unterbrochen war. Den Kosaken wollte er nicht in die Hände fallen. Als er an einem der toten Pferde vorbei kam, meldete sich sein Magen. Wie ein Wolf knurrte er ihn an. Peter schob den Schnee zur Seite und fand noch ein großes Stück Fleisch an einem der Knochen. Mühsam schnitt er es mit dem Messer ab, was nicht so einfach war, weil das Fleisch vollkommen gefroren war. Ein paar Mal rutschte er mit dem Messer ab, bevor er das etwas zwei Pfund schwere Stück in der Hand hatte.
Peter schob sich das Fleisch unter die Jacke, um es am Körper aufzutauen. Der Eisblock ließ ihn frösteln, aber wenn er essen wollte, musste er das so machen. Ein Feuer hätte ihn sofort verraten und die Verfolger auf seine Spur gebracht. Vor ihm machte der Weg einen Knick um einen kleinen Hügel. Als er um die Biegung sah, bemerkte er zwei Soldaten, die eine der Leichen am Wegesrand durchsuchten. Die Soldaten hatten ihn ebenfalls bemerkt. Keine zehn Schritte trennten sie voneinander. Mit gezogenem Messer lief Peter schreiend auf die Beiden los und sah nur noch das Aufblitzen einer Pistole. Ein Schlag gegen die Schulter ließ ihn zusammen brechen. Im Fallen sah er die beiden Soldaten mit Schwertern auf sich zukommen. …“
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