In Sachsens dunklen Wäldern

„… Die Sachsen hatten durch die vielen Kämpfe der letzten Zeit nicht mehr so viele Krieger. Darum zogen nun auch die Frauen und Töchter der Krieger mit in den Kampf. Gundula hatte Thorsten diesmal zum Kampf begleitet und zusammen bereiteten sie sich im Lager für den nächsten Tag vor. Ihre drei Kinder hatte Gundula schweren Herzens bei ihrer Mutter im Dorf gelassen. An allen Ecken des Lagers wurden Schwerter geschliffen und Schilder vorbereitet. Im Lager waren ein paar hundert Männer aber ein paar tausend Frauen. Viele hatten ihre Männer oder Söhne im Kampf gegen die Franken verloren.
Sie waren wieder an den Externsteinen, wo damals Widukind sie auf den ersten Kampf eingeschworen hatte. Heute nun, viele Jahre und viele Kämpfe später, waren sie hier und hatten ihr Lager aufgeschlagen. Sie opferten ihren Göttern an dieser alten Kultstätte und baten um den Sieg in der Schlacht, so wie sie es damals gemacht hatten. Am Abend dieses Tages saßen viele am Feuer zusammen, sie redeten, sangen alte Lieder oder schwiegen einfach. Sie dachten an den nächsten Tag und einige riefen nun auch für sich ihre Götter um Hilfe an. Nach und nach zogen sich dann die Kämpfer und Kämpferinnen zurück in ihre Zelte, um noch etwas zu ruhen. Viele fanden aber keine Ruhe und verbrachten eine schlaflose Nacht.
Als am nächsten Morgen die Sonne aufging, machten sich alle Sachsen bereit. Die Frauen wuschen sich in den kleinen Fluss ihre Haare und richteten ihre Kleider. Wenn sie heute nach Walhalla gehen würden, so wollten sie dort in ihren besten Sachen ankommen und gut aussehen. Als alle bereit waren, setzte sich langsam der Zug in Bewegung und sie marschierten zum Feld hinüber. Es war ein bunter Haufen von Menschen und obwohl es zur Schlacht ging und vermutlich viele heute sterben würden herrschte eine ausgelassene Stimmung mit Lachen, Scherzen und Gesang.
Thorsten und Gundula waren zusammen Hand in Hand gegangen und hatten sich den ganzen Weg über ihre Zukunft und die kleine Familie unterhalten. Nach kurzer Zeit waren sie am Rand des Feldes angekommen. Der Wind wehte leicht und warm über das Feld und das kniehohe Gras bewegte sich in kleinen Wellen hin und her. Auf der anderen Seite des großen Feldes sahen sie schon das fränkische Heer, das schon aufmarschiert war und die Aufstellung eingenommen hatte. Sie sahen aus wie eine schwarze Mauer von Menschen und Pferden. Die sächsische Seite hingegen war bunt durch die Kleider der Frauen. Die Mitte des sächsischen Heeres bildeten die Frauen an welche sich rechts und links die Männer an der Seite anschlossen. Als das Heer sich aufgestellt hatte, trat die Führerin der Frauen vor und wand sich an ihre Mitkämpferinnen.
Sie rief ihnen zu „Wenn wir heute siegen, so werden wir bis in alle Ewigkeit in den Liedern unseres Volkes leben und wenn wir heute sterben, so werden wir mit unseren Männern und Söhnen an der Tafel in Walhalla Platz nehmen und wieder vereint sein.“ Dann streifte sie ihr Oberteil ihrer Kleidung bis zu den Hüften herunter und rief „Last uns über die Franken herfallen, wie die Walküren in den alten Sagen unserer Vorfahren.“ Sie ergriff das Schwert das einst ihrem Mann gehört hatte und hob es zum Himmel. Alle Frauen taten es ihr nach, streiften ebenfalls ihre Oberteile ab und griffen zu den Waffen.
…“
 
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